Alle Standard-Segelmanöver sind im Ausbildungs-Bordbuch dokumentiert. Es liegt ausgedruckt an Bord und steht im Intranet als PDF zum Herunterladen bereit.
Schnelles Bergen der Segel (Notsegelbergen, Kap. 5.5.1) kann u. a. bei gefährlicher Windzunahme (weiße Böe) oder bei einer POB-Situation und anderen Seenotfällen notwendig werden. Für das Manöver soll die Maschine zur Hilfe genommen werden – dabei darauf achten, dass im Wasser treibende Leinen nicht in die Schraube geraten. Auf Anweisung der Schiffsführung kann das Großsegel vor allen anderen Segeln geborgen werden.
Wichtige Punkte aus dem Vorgehen:
- Toppsegel: Steht es, wird es noch vor dem Groß geborgen – ohne aufzuentern: Tau, mit dem der Winkel eines Segels zum Wind eingestellt wird. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY auffieren, Segel am Beiholer an die Stenge holen.
- Vorsegel: Ohne Maschine folgen Flieger und Vorsegel, das am Klüverbaum gefahren wird. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY vor dem Großsegel, sonst dreht das Schiff nicht ausreichend an den Wind. Die Das innere Vorsegel, gefahren am Vorstag. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY kann zunächst stehen bleiben, um ein Minimum an Steuerfähigkeit zu behalten.
- Fallen: Piek- und Tau (Fall), mit dem das mastseitige Ende der Gaffel - die Klau - gesetzt und gefiert wird. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY werden ordentlich von den Leiste mit Belegnägeln am Mast oder an der Reling, auf der Fallen und andere Taue belegt (festgemacht) werden. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY genommen und über den Nagel, Hand über Hand, zügig gefiert. Die Fallen werden nicht klar zum Laufen gelegt; jedes Fall wird von einer Person gefiert, zwei zusätzliche Besatzungsmitglieder verhindern, dass die Taue unklar kommen.
- Tau vom Mast zum äußeren Ende des Baums, das den Baum hält, wenn das Segel nicht gesetzt ist. Die Leedirk ist die Dirk auf der windabgewandten Seite. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY: behutsam dichtholen, wenn die Rundholz, an dem die Oberkante des Großsegels angeschlagen ist - typisch für Traditionssegler mit Gaffeltakelung. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY im Wind steht, damit die Lazyjacks Segel und Gaffel einfangen – nicht bei stark schwingender Gaffel.
- Achtern: Großschot auffieren bis zum Killen; der Tau (Bullenstander), das den Großbaum nach vorn abspannt und so ein unbeabsichtigtes Umschlagen des Baums verhindert. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY ist mitzufieren. Sobald der Baum an der Reling ankommt, wird das Leebullenkalb geriggt und fest belegt, mittschiffs das zweite Bullenkalb.
Aufteilung der Alle auf dem Schiff befindlichen Personen, inklusive der Stammbesatzung. Teil I Kap. 1.2: 1 Rudergänger, 4 Personen Vorsegel (eine Deckshand und drei weitere), 4 Personen Piek- und Klaufall (zwei Deckshands und zwei weitere), 2 Personen Leedirk, 1 Person Bulle, 2 Personen Bullenkalb – die übrige Mannschaft assistiert nach Anweisung. Das Manöver wird bei jedem Ausbildungstörn geübt und vor jedem normalen Eine Reise oder ein Fahrtabschnitt mit dem Schiff. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY besprochen.
Segelführung (Kap. 5.5.2) – die Segelanweisung des Vorstandes:
| Besegelung | Maximale Windgeschwindigkeit |
|---|---|
| Vollzeug | 12 Knoten / 4 Bft |
| Groß, Fock, Klüver, Flieger | 15 Knoten / 4 Bft |
| Groß, Fock, Klüver | 17 Knoten / 5 Bft |
| Groß 1. Reff, Fock, Klüver | 19 Knoten / 5 Bft |
| Groß 1. Reff, Fock | 21 Knoten / 5 Bft |
| Groß 2. Reff, Fock | 23 Knoten / 6 Bft |
| Sturmsegel | 42 Knoten / 9 Bft |
Der Zuständig für die nautische Leitung und den Schiffsbetrieb während einer Reise. Hat die höchste Befehlsgewalt und Zuständigkeit für sämtliche Maßnahmen hinsichtlich Schiffssicherheit, Gefahrenabwehr und Verhütung der Meeresverschmutzung. Teil I Kap. 3.2.2.1 berücksichtigt dabei Wetterbedingungen (Wind, Böen, Seegang) und die Fähigkeiten von Crew und Trainees – ggf. wird früher gerefft. Grundsätze: „Trage mit achterlichem Wind nur so viel Tuch, wie du auch am Wind tragen kannst." Ab 6 Bft sollten je nach Seegang ein oder beide Bei starkem Wind und Seegang über Deck gespanntes Sicherungstau, in das sich die Besatzung mit dem Sicherheitsgeschirr einpickt. Allgemeine Seemannssprache – nicht Teil des BESSY gespannt werden, und das Süll vom Messeniedergang ist durch ein Steckschott zu erhöhen. Beim Segeln sind außerdem Skylights, die Speigatten beider Nasszellen und der Spüle sowie der Ofenschornstein geschlossen zu halten (siehe Verschlusszustand, Kap. 5.7).