BESSY lernen · TS „Nobile"

Segelmanöver und Segelführung

Quelle:

Betriebssicherheitshandbuch v4.3

Teil I Kap. 5.5

Seite 18–20

· ~5 min

Alle Standard-Segelmanöver sind im Ausbildungs-Bordbuch dokumentiert. Es liegt ausgedruckt an Bord und steht im Intranet als PDF zum Herunterladen bereit.

Schnelles Bergen der Segel (Notsegelbergen, Kap. 5.5.1) kann u. a. bei gefährlicher Windzunahme (weiße Böe) oder bei einer POB-Situation und anderen Seenotfällen notwendig werden. Für das Manöver soll die Maschine zur Hilfe genommen werden – dabei darauf achten, dass im Wasser treibende Leinen nicht in die Schraube geraten. Auf Anweisung der Schiffsführung kann das Großsegel vor allen anderen Segeln geborgen werden.

Wichtige Punkte aus dem Vorgehen:

  • Toppsegel: Steht es, wird es noch vor dem Groß geborgen – ohne aufzuentern: auffieren, Segel am Beiholer an die Stenge holen.
  • Vorsegel: Ohne Maschine folgen Flieger und vor dem Großsegel, sonst dreht das Schiff nicht ausreichend an den Wind. Die kann zunächst stehen bleiben, um ein Minimum an Steuerfähigkeit zu behalten.
  • Fallen: Piek- und werden ordentlich von den genommen und über den Nagel, Hand über Hand, zügig gefiert. Die Fallen werden nicht klar zum Laufen gelegt; jedes Fall wird von einer Person gefiert, zwei zusätzliche Besatzungsmitglieder verhindern, dass die Taue unklar kommen.
  • : behutsam dichtholen, wenn die im Wind steht, damit die Lazyjacks Segel und Gaffel einfangen – nicht bei stark schwingender Gaffel.
  • Achtern: Großschot auffieren bis zum Killen; der ist mitzufieren. Sobald der Baum an der Reling ankommt, wird das Leebullenkalb geriggt und fest belegt, mittschiffs das zweite Bullenkalb.

Aufteilung der : 1 Rudergänger, 4 Personen Vorsegel (eine Deckshand und drei weitere), 4 Personen Piek- und Klaufall (zwei Deckshands und zwei weitere), 2 Personen Leedirk, 1 Person Bulle, 2 Personen Bullenkalb – die übrige Mannschaft assistiert nach Anweisung. Das Manöver wird bei jedem Ausbildungstörn geübt und vor jedem normalen besprochen.

Segelführung (Kap. 5.5.2) – die Segelanweisung des Vorstandes:

Besegelung Maximale Windgeschwindigkeit
Vollzeug 12 Knoten / 4 Bft
Groß, Fock, Klüver, Flieger 15 Knoten / 4 Bft
Groß, Fock, Klüver 17 Knoten / 5 Bft
Groß 1. Reff, Fock, Klüver 19 Knoten / 5 Bft
Groß 1. Reff, Fock 21 Knoten / 5 Bft
Groß 2. Reff, Fock 23 Knoten / 6 Bft
Sturmsegel 42 Knoten / 9 Bft

Der berücksichtigt dabei Wetterbedingungen (Wind, Böen, Seegang) und die Fähigkeiten von Crew und Trainees – ggf. wird früher gerefft. Grundsätze: „Trage mit achterlichem Wind nur so viel Tuch, wie du auch am Wind tragen kannst." Ab 6 Bft sollten je nach Seegang ein oder beide gespannt werden, und das Süll vom Messeniedergang ist durch ein Steckschott zu erhöhen. Beim Segeln sind außerdem Skylights, die Speigatten beider Nasszellen und der Spüle sowie der Ofenschornstein geschlossen zu halten (siehe Verschlusszustand, Kap. 5.7).