BESSY lernen · TS „Nobile"

Kollision und Wassereinbruch

Quelle:

Betriebssicherheitshandbuch v4.3

Teil I Kap. 6.9

Seite 43–45

· ~4 min

Bei einer Kollision kann das Schiff sehr stark beschädigt werden und als unmittelbare Folge schnell sinken. Bereits beim Wahrnehmen von ungewöhnlichen Erschütterungen und Wasser im Schiff ist deshalb schnellstmöglich ein erreichbarer Fluchtweg aus dem Schiffsinneren zu suchen. Bei einer drohenden Kollision wird die per Signal vorher gewarnt, um rechtzeitig aus dem Schiff kommen zu können.

Eine Kollision kann auch zunächst unbemerkt geschehen, z. B. mit schwimmenden Objekten unter Wasser wie Containern.

Signal:

  • Beim Entdecken von ungewöhnlich viel Wasser im Schiff laut rufen: „Wasser im Schiff" – wiederholen, bis der /Verantwortliche die Situation verstanden hat
  • Generalalarm ⋅ ⋅ ⋅ ⋅ ⋅ ⋅ ⋅ — oder Dauerläuten der Glocke

Auch hier gilt: Jeder Alarm ist echt, bis der Schiffsführer/Verantwortliche Fehlalarm oder Übung erklärt.

Standardablauf bei Kollision/Wassereinbruch
  1. 1 Das Schiff wird aufgestoppt.
  2. 2 Wassereinbruch lokalisieren und Bericht über Lage und Größe des Lecks und die Menge des eintretenden Wassers erstatten.
  3. 3 Verletzte, Leck und Schäden am Rigg feststellen; Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten; Material und Werkzeug zum Abdichten des Lecks von innen bereitstellen.
  4. 4 Hauptlenzpumpe und/oder mobile Lenzpumpe starten; über Funk wird ein Signal abgesetzt.
  5. 5 Schiff in eine günstige Position zum Wind drehen; stehendes Gut auf Bruch überprüfen.
  6. 6 Der Schiffsführer beurteilt die Situation und ordnet, wenn nötig, das Verlassen des Schiffes an.